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Herzstueck

Als sie sich dem blonden, schlanken Mann naeherte, und seine Fingerspitzen vorsichtig die ihren beruehrten, wandte es sich ihm immer weiter zu. Es dachte noch nicht einmal daran, sich Zeit zu lassen. Mit jedem Schlag oeffnete es sich ihm ein Stueck mehr, und sog gierig seine Waerme, sein Bild, seinen Geruch in sich auf. Es hoffte darauf, das dies der Beginn des Gefuehls war, was es schon einmal gefuehlt hatte.
Als es schliesslich zum Kuss kam, hatte es seine Aura ganz in sich aufgenommen und hielt verzweifelt an der Idee fest, dies waere kein Akt der Langeweile oder der puren Trunkenheit. Es klammerte sich an den Gedanken, es koennte etwas ernstes werden, absichtlich alle gesunden Zweifel ausblendend.
Morgens war er verschwunden. Sprach den ganzen Tag nicht viel mit ihr, sondern hielt sich mit einer anderen Frau auf. Daraufhin lachte sie, redete nicht viel und beteuerte, alles sei in bester Ordnung, wenn sie gefragt wurde.
Heimlich jedoch verfluchte sie ihr Herz, das doch eigentlich nur zu bemitleiden war.
3.10.09 21:03


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